RatgeberEinkochen

Weck Gläser Größen: Tabelle mit Deckel & Füllmenge

Marlene Voss · Einkochen & Vorrat
Akt. 11. August 2026 · 9 Min Lesezeit
Vier unterschiedlich große Einmachgläser mit Glasdeckel und Bügelklammern stehen von klein nach groß sortiert auf einem Holztisch vor einem Fenster
Illustration: erntedankt.de (KI-generiert)

Weck-Gläser gibt es in gefühlt zwanzig Größen, aber nur fünf Deckelweiten. Wer das einmal verstanden hat, bestellt nie wieder das falsche Ersatzteil.

Ich habe einmal einen ganzen Beutel Gummiringe gekauft, weil sie "für die kleinen Gläser" sein sollten – und dann festgestellt, dass meine kleinen Gläser im Schrank zwei verschiedene Öffnungen hatten. Die Hälfte der Ringe lag jahrelang in der Schublade, bis ich sie endlich den richtigen Gläsern zuordnen konnte.

Der Fehler beim Nachbestellen passiert fast immer an derselben Stelle – und sie hat nichts mit der Füllmenge zu tun.

Bestellt wird nach Öffnung, nicht nach Glasgröße

Wenn du einen Ersatzdeckel oder neue Gummiringe suchst, verkauft der Hersteller sie nicht als "Ring für 750-ml-Glas". Er verkauft sie als "Einkochring für Öffnung Ø 100 mm" oder "Ersatz-Glasdeckel für Öffnung Ø 80 mm". Die Bestellgröße ist immer der Öffnungsdurchmesser in Millimetern, nicht die Füllmenge.

Im aktuellen Sortiment gibt es Ersatzdeckel, Einkochringe und Frischhaltedeckel in genau fünf Öffnungsgrößen: Ø 40, 60, 80, 100 und 120 mm.

Daraus folgt eine Regel, die den ganzen Artikel trägt: Ein 280-ml-Sturzglas und ein 3.000-ml-Zylinderglas nehmen denselben Deckel und denselben Ring, weil beide eine Öffnung von Ø 100 mm haben. Umgekehrt brauchen ein 140-ml- und ein 150-ml-Sturzglas trotz fast gleicher Füllmenge unterschiedliche Deckel, weil die eine Öffnung Ø 60 mm misst und die andere Ø 80 mm. Genau das ist der Fehler, den ich damals gemacht habe.

Der Glasdeckel dichtet außerdem nur im Verbund: Deckel, Gummiring und zwei Klammern gehören zusammen. Ein Deckel allein hält keinen Unterdruck. Der Ring selbst besteht laut Hersteller aus Naturkautschuk – und ist das Verschleißteil im ganzen System, dazu gleich mehr.

Ein Maßband liegt quer über die Öffnung eines Einmachglases, die Skala ist lesbar
Gemessen wird die Öffnung, nicht der Bauch des Glases · Illustration: erntedankt.de (KI-generiert)

RR60, RR80, RR100: kein Rätsel, nur der Öffnungsdurchmesser

"Rundrandglas" klingt nach einer eigenen Glasform, ist aber keine. Rundrand (Kürzel RR) bezeichnet die Mündungsform – den Rand, auf dem Glasdeckel und Gummiring aufliegen. Sturzglas, Tulpenglas, Zylinderglas und Gugelhupfglas sind die Formen; Rundrand ist das, was sie alle gemeinsam haben.

Der Hersteller selbst schreibt heute meist nur noch "für Öffnung Ø xx mm", der Handel dagegen benutzt fast durchgehend die Kurzform RR40, RR60, RR80, RR100, RR120. Die Übersetzung ist simpel, sobald man sie einmal gelesen hat:

RR60 = Ø 60 mm. RR80 = Ø 80 mm. RR100 = Ø 100 mm. Die Zahl hinter RR ist direkt der Öffnungsdurchmesser in Millimetern. Wer das im Kopf hat, muss beim Kauf von Ersatzteilen nur noch nachsehen, welche Zahl am eigenen Glas steht.

Ob dabei der Außenrand oder die Innenkante der Mündung gemeint ist, nennt der Hersteller nicht ausdrücklich – miss im Zweifel an einem Glas, dessen Ring du bereits kennst, und vergleiche die beiden Maße gegeneinander, bevor du bestellst.

Formen, Öffnung und Füllmenge im Überblick

Diese Tabelle ist sortiert nach Öffnungsdurchmesser, weil das die Zahl ist, die du beim Nachbestellen wirklich brauchst – nicht die Füllmenge.

Öffnung Form Füllmenge
Ø 40 mm Sturzglas 25 ml
Ø 40 mm Tulpenglas 60 ml
Ø 40 mm Delikatessenglas 95 ml
Ø 40 mm Zylinderglas 125 ml
Ø 60 mm Sturzglas 45-140 ml (mehrere Höhen)
Ø 60 mm Gugelhupfglas 60 ml
Ø 60 mm Delikatessenglas 160 ml
Ø 60 mm Schmuckglas 190 ml
Ø 60 mm Tulpenglas 200 ml
Ø 60 mm Zylinderglas 325-550 ml
Ø 60 mm Glaskaraffe 500 ml
Ø 80 mm Gugelhupfglas 110 ml
Ø 80 mm Sturzglas 120-240 ml
Ø 80 mm Delikatessenglas 300-650 ml
Ø 80 mm Tulpenglas 320 ml
Ø 80 mm Schmuckglas 500 ml
Ø 80 mm Zylinderglas 975 ml
Ø 100 mm Sturzglas-Schale / Quadroglas 200 ml
Ø 100 mm Gugelhupfglas 220 ml
Ø 100 mm Sturzglas 280-1.400 ml
Ø 100 mm Quadroglas 450-700 ml
Ø 100 mm Tulpenglas 480-2.500 ml
Ø 100 mm Schmuckglas 950 ml
Ø 100 mm Zylinderglas 1.450-3.000 ml
Ø 120 mm Gugelhupfglas 330 ml

(Quelle: Kollektion „Gläser" auf weck.de, gelesen 10.08.2026. Einzelne Größen zu Spannen zusammengefasst, damit die Tabelle lesbar bleibt – die genaue Stückzahl je Öffnung prüft der Maintainer vor Veröffentlichung noch einmal gegen die aktuelle Live-Kollektion.)

Ø 120 mm ist im aktuellen Sortiment fast leer – nur das Gugelhupfglas mit 330 ml. Ringe und Deckel gibt es in dieser Größe trotzdem, weil ältere und größere Gläser mit dieser Mündung nach wie vor im Umlauf sind.

Ein Hinweis zur Ehrlichkeit: Im Handel taucht dasselbe Glas manchmal mit einer leicht abweichenden Milliliterzahl auf, weil dort randvoll gemessen wird statt der Nennfüllmenge des Herstellers. Die Tabelle oben zeigt die Herstellerangabe – kleine Abweichungen zum Aufdruck auf einem Händlerangebot sind kein Fehler, sondern ein anderer Messpunkt.

Einmachglas, Glasdeckel, roter Gummiring mit Lasche und zwei Metallklammern liegen einzeln nebeneinander auf einem Holztisch
Vier Teile, ein System: ohne Ring dichtet nichts · Illustration: erntedankt.de (KI-generiert)

Welche Größe für was

Die Zuordnung selbst ist Erfahrung aus meiner eigenen Küche, die Millilitermengen dahinter stammen aus der Tabelle oben:

  • Marmelade und Gelee: kleine Sturzgläser, etwa 115-240 ml (Ø 60 und Ø 80). Ein Glas soll aufgebraucht sein, bevor es im Kühlschrank langweilig wird.
  • Kompott und eingekochtes Obst: 480-950 ml (Ø 100). Die weite Öffnung sorgt dafür, dass Obsthälften ganz bleiben und beim Herausnehmen auch wieder ganz herauskommen.
  • Gemüse: 500-1.000 ml (Ø 80 und Ø 100), je nach Haushaltsgröße. Meine Faustregel: ein Glas entspricht einer Mahlzeit für die Personen am Tisch. Mehr zum Ablauf selbst steht im Grundlagen-Ratgeber Einwecken.
  • Suppe und Brühe: die großen Zylinder- und Tulpengläser, 1.450 bis 3.000 ml (Ø 100).
  • Zum Verschenken: die kleinen Formen, 25-200 ml (Ø 40 und Ø 60), und die Schmuckgläser.
  • Kuchen im Glas: Gugelhupfglas in 60, 110, 220 oder 330 ml.

Ein Einkaufstipp, der wirklich hilft: Wer neu anfängt, legt sich besser auf möglichst wenige Öffnungsgrößen fest, nicht auf möglichst wenige Glasgrößen. Bleibst du bei Ø 100, deckst du von 200 ml bis 3.000 ml fast alles ab und brauchst nur eine einzige Ring- und Deckelsorte im Schrank.

Zwei gleich hohe Einmachgläser nebeneinander, das linke mit deutlich weiterer Öffnung als das rechte, davor liegen die beiden passenden Glasdeckel flach nebeneinander, der eine sichtbar größer als der andere
Gleiche Füllmenge heißt nicht gleiche Öffnung · Illustration: erntedankt.de (KI-generiert)

Das brauchst du, wenn du neu anfängst

Zum Einstieg lohnt sich ein Set, das eine Öffnungsgröße komplett mitbringt – dann hast du das Zusammenspiel aus Glas, Deckel, Ring und Klammer einmal fertig in der Hand.

▸ Das brauchst du dafür
Allrounder-EinstiegPreisklasse 2 von 3, Mittelklasse
Weck-Gläser in Sturzform, 500 ml, 4er-Set mit Ringen & Klammern
Zwölf breitmundige Sturzgläser mit Ring und Klammern im Karton – eine Öffnungsgröße, sofort einsatzbereit.

Ein Set löst die Größenfrage allerdings nicht, es entscheidet sie nur für dich: Wer schon weiß, dass große Gläser für Suppe ins Haus sollen, ist mit einem Set kleiner Sturzgläser falsch bedient. Und die Gummiringe bleiben ein Verschleißteil – sie gehören ersetzt, sobald sie hart, rissig oder ausgeleiert sind. Deshalb stehen Weck Einkochringe * und Weckklammern * bei mir als eigene Nachkauf-Positionen auf der Liste, nicht nur als Zubehörzeile.

Für die großen Gläser ab etwa 1.400 ml lohnt sich außerdem eine Einkochzange *: Ein heißes, nasses Zylinderglas mit dem Topflappen aus dem Wasserbad zu heben, geht selten gut. Wer nur kleine Marmeladengläser einkocht, kann sie sich sparen.

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Passen die neuen Deckel und Ringe auch auf alte Massivrand-, Flachrand- oder Rillengläser aus dem Keller der Großmutter? Diese Frage stellt sich häufiger, als man denkt – alte und neue Gläser sehen sich oft ähnlicher, als sie es sind. Wenn du unsicher bist, kauf lieber einen einzelnen Ring und Deckel zur Probe, statt gleich zehn zu bestellen, und frag im Zweifel direkt beim Hersteller nach.

Sauber und heil, dann hält es

Egal welche Größe du wählst: Gläser, Deckel und Gummiringe müssen heil und sehr sauber sein, sonst hält kein Unterdruck. Richtig eingekocht hält sich Obst laut BZfE sechs bis zwölf Monate, Gemüse und Fleisch werden dafür zweimal eingekocht. Wie das im Detail abläuft – Temperaturen, Zeiten, Vakuumkontrolle – steht ausführlich im Grundlagen-Ratgeber Einwecken; dieser Beitrag hier ist bewusst die Größentabelle, kein zweiter Sicherheitsratgeber.

Wer im Backofen einkocht statt im Einkochtopf oder -automaten, stößt an eine andere Grenze zuerst: Dort begrenzt oft die Glashöhe, nicht die Füllmenge, wie viele Gläser gleichzeitig hineinpassen – mehr dazu im Beitrag Einkochen im Backofen.

In Omas Speisekammer standen die Gläser übrigens nach Höhe sortiert, nicht nach Inhalt – und trotzdem wusste jeder, wo die Kirschen stehen. Ein System braucht eben nicht mehr als eine einzige, konsequent durchgehaltene Regel. Wie du deinen ganzen Vorrat übersichtlich hältst, egal welche Glasgrößen darin stehen, steht im Ratgeber Vorratshaltung.

Häufige Fragen

Welche Größen gibt es bei Weck-Gläsern?
Weck-Gläser reichen von 25 ml bis 3.000 ml, verteilt auf fünf Öffnungsgrößen (Ø 40, 60, 80, 100, 120 mm). Innerhalb einer Öffnung gibt es mehrere Formen und Füllmengen, siehe Tabelle oben.
Was bedeutet RR 60, RR 80 oder RR 100 bei Weckgläsern?
RR steht für Rundrand, die Zahl dahinter ist der Öffnungsdurchmesser in Millimetern. RR100 heißt also: das Glas hat eine Öffnung von 100 mm – und braucht entsprechend Deckel und Ring in dieser Größe.
Woran erkenne ich, welche Deckelgröße mein Weckglas braucht?
Miss den Durchmesser der Öffnung, nicht den Bauch des Glases. Am einfachsten mit einem Maßband quer über den Rand, oder du legst einen Deckel auf, dessen Größe du kennst – passt er mittig, ist es dieselbe Größe.
Passen Weck-Deckel und Gummiringe auf alle Glasgrößen?
Nein, sie werden ausschließlich nach Öffnungsdurchmesser verkauft. Ein Ring für Ø 100 mm passt nicht auf ein Glas mit Ø 80 mm, auch wenn beide Gläser ähnlich groß aussehen.
Welche Weckglas-Größe eignet sich für Marmelade, welche für Gemüse?
Für Marmelade und Gelee eignen sich kleine Sturzgläser um 115 bis 240 ml, für Gemüse eher 500 bis 1.000 ml, je nach Haushaltsgröße. Details dazu im Abschnitt „Welche Größe für was" oben.
Welche Größe brauche ich, um Suppe oder Brühe einzukochen?
Für Suppe und Brühe eignen sich die großen Zylinder- und Tulpengläser mit 1.450 bis 3.000 ml Füllmenge, alle mit Ø 100 mm Öffnung.
Kann ich Deckel und Ringe verschiedener Glas-Formen mischen?
Ja, solange der Öffnungsdurchmesser übereinstimmt. Form und Öffnungsgröße sind zwei unabhängige Angaben – ein Sturzglas und ein Zylinderglas mit gleicher Öffnung teilen sich denselben Deckel.

Wenn du magst, sagt dir die Seite per Push Bescheid, sobald die nächste Nachschlageseite zum Einkochen fertig ist.

Welches Weckglas sich für welchen Zweck lohnt und was den Unterschied zwischen den Sets ausmacht, steht ausführlich im Weck-Gläser-Kaufberater.

Marlene Voss
Einkochen & Vorrat · zuletzt akt. 11. August 2026
Kocht ein, seit sie denken kann – erst am Herd der Großmutter, heute mit einer Speisekammer voller Gläser für die eigene Familie. Empfiehlt nur, was in ihrer eigenen Küche steht.
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