Weck-Gläser gibt es in gefühlt zwanzig Größen, aber nur fünf Deckelweiten. Wer das einmal verstanden hat, bestellt nie wieder das falsche Ersatzteil.
Ich habe einmal einen ganzen Beutel Gummiringe gekauft, weil sie "für die kleinen Gläser" sein sollten – und dann festgestellt, dass meine kleinen Gläser im Schrank zwei verschiedene Öffnungen hatten. Die Hälfte der Ringe lag jahrelang in der Schublade, bis ich sie endlich den richtigen Gläsern zuordnen konnte.
Bestellt wird nach Öffnung, nicht nach Glasgröße
Wenn du einen Ersatzdeckel oder neue Gummiringe suchst, verkauft der Hersteller sie nicht als "Ring für 750-ml-Glas". Er verkauft sie als "Einkochring für Öffnung Ø 100 mm" oder "Ersatz-Glasdeckel für Öffnung Ø 80 mm". Die Bestellgröße ist immer der Öffnungsdurchmesser in Millimetern, nicht die Füllmenge.
Im aktuellen Sortiment gibt es Ersatzdeckel, Einkochringe und Frischhaltedeckel in genau fünf Öffnungsgrößen: Ø 40, 60, 80, 100 und 120 mm.
Daraus folgt eine Regel, die den ganzen Artikel trägt: Ein 280-ml-Sturzglas und ein 3.000-ml-Zylinderglas nehmen denselben Deckel und denselben Ring, weil beide eine Öffnung von Ø 100 mm haben. Umgekehrt brauchen ein 140-ml- und ein 150-ml-Sturzglas trotz fast gleicher Füllmenge unterschiedliche Deckel, weil die eine Öffnung Ø 60 mm misst und die andere Ø 80 mm. Genau das ist der Fehler, den ich damals gemacht habe.
Der Glasdeckel dichtet außerdem nur im Verbund: Deckel, Gummiring und zwei Klammern gehören zusammen. Ein Deckel allein hält keinen Unterdruck. Der Ring selbst besteht laut Hersteller aus Naturkautschuk – und ist das Verschleißteil im ganzen System, dazu gleich mehr.

RR60, RR80, RR100: kein Rätsel, nur der Öffnungsdurchmesser
"Rundrandglas" klingt nach einer eigenen Glasform, ist aber keine. Rundrand (Kürzel RR) bezeichnet die Mündungsform – den Rand, auf dem Glasdeckel und Gummiring aufliegen. Sturzglas, Tulpenglas, Zylinderglas und Gugelhupfglas sind die Formen; Rundrand ist das, was sie alle gemeinsam haben.
Der Hersteller selbst schreibt heute meist nur noch "für Öffnung Ø xx mm", der Handel dagegen benutzt fast durchgehend die Kurzform RR40, RR60, RR80, RR100, RR120. Die Übersetzung ist simpel, sobald man sie einmal gelesen hat:
RR60 = Ø 60 mm. RR80 = Ø 80 mm. RR100 = Ø 100 mm. Die Zahl hinter RR ist direkt der Öffnungsdurchmesser in Millimetern. Wer das im Kopf hat, muss beim Kauf von Ersatzteilen nur noch nachsehen, welche Zahl am eigenen Glas steht.
Ob dabei der Außenrand oder die Innenkante der Mündung gemeint ist, nennt der Hersteller nicht ausdrücklich – miss im Zweifel an einem Glas, dessen Ring du bereits kennst, und vergleiche die beiden Maße gegeneinander, bevor du bestellst.
Formen, Öffnung und Füllmenge im Überblick
Diese Tabelle ist sortiert nach Öffnungsdurchmesser, weil das die Zahl ist, die du beim Nachbestellen wirklich brauchst – nicht die Füllmenge.
| Öffnung | Form | Füllmenge |
|---|---|---|
| Ø 40 mm | Sturzglas | 25 ml |
| Ø 40 mm | Tulpenglas | 60 ml |
| Ø 40 mm | Delikatessenglas | 95 ml |
| Ø 40 mm | Zylinderglas | 125 ml |
| Ø 60 mm | Sturzglas | 45-140 ml (mehrere Höhen) |
| Ø 60 mm | Gugelhupfglas | 60 ml |
| Ø 60 mm | Delikatessenglas | 160 ml |
| Ø 60 mm | Schmuckglas | 190 ml |
| Ø 60 mm | Tulpenglas | 200 ml |
| Ø 60 mm | Zylinderglas | 325-550 ml |
| Ø 60 mm | Glaskaraffe | 500 ml |
| Ø 80 mm | Gugelhupfglas | 110 ml |
| Ø 80 mm | Sturzglas | 120-240 ml |
| Ø 80 mm | Delikatessenglas | 300-650 ml |
| Ø 80 mm | Tulpenglas | 320 ml |
| Ø 80 mm | Schmuckglas | 500 ml |
| Ø 80 mm | Zylinderglas | 975 ml |
| Ø 100 mm | Sturzglas-Schale / Quadroglas | 200 ml |
| Ø 100 mm | Gugelhupfglas | 220 ml |
| Ø 100 mm | Sturzglas | 280-1.400 ml |
| Ø 100 mm | Quadroglas | 450-700 ml |
| Ø 100 mm | Tulpenglas | 480-2.500 ml |
| Ø 100 mm | Schmuckglas | 950 ml |
| Ø 100 mm | Zylinderglas | 1.450-3.000 ml |
| Ø 120 mm | Gugelhupfglas | 330 ml |
(Quelle: Kollektion „Gläser" auf weck.de, gelesen 10.08.2026. Einzelne Größen zu Spannen zusammengefasst, damit die Tabelle lesbar bleibt – die genaue Stückzahl je Öffnung prüft der Maintainer vor Veröffentlichung noch einmal gegen die aktuelle Live-Kollektion.)
Ø 120 mm ist im aktuellen Sortiment fast leer – nur das Gugelhupfglas mit 330 ml. Ringe und Deckel gibt es in dieser Größe trotzdem, weil ältere und größere Gläser mit dieser Mündung nach wie vor im Umlauf sind.
Ein Hinweis zur Ehrlichkeit: Im Handel taucht dasselbe Glas manchmal mit einer leicht abweichenden Milliliterzahl auf, weil dort randvoll gemessen wird statt der Nennfüllmenge des Herstellers. Die Tabelle oben zeigt die Herstellerangabe – kleine Abweichungen zum Aufdruck auf einem Händlerangebot sind kein Fehler, sondern ein anderer Messpunkt.

Welche Größe für was
Die Zuordnung selbst ist Erfahrung aus meiner eigenen Küche, die Millilitermengen dahinter stammen aus der Tabelle oben:
- Marmelade und Gelee: kleine Sturzgläser, etwa 115-240 ml (Ø 60 und Ø 80). Ein Glas soll aufgebraucht sein, bevor es im Kühlschrank langweilig wird.
- Kompott und eingekochtes Obst: 480-950 ml (Ø 100). Die weite Öffnung sorgt dafür, dass Obsthälften ganz bleiben und beim Herausnehmen auch wieder ganz herauskommen.
- Gemüse: 500-1.000 ml (Ø 80 und Ø 100), je nach Haushaltsgröße. Meine Faustregel: ein Glas entspricht einer Mahlzeit für die Personen am Tisch. Mehr zum Ablauf selbst steht im Grundlagen-Ratgeber Einwecken.
- Suppe und Brühe: die großen Zylinder- und Tulpengläser, 1.450 bis 3.000 ml (Ø 100).
- Zum Verschenken: die kleinen Formen, 25-200 ml (Ø 40 und Ø 60), und die Schmuckgläser.
- Kuchen im Glas: Gugelhupfglas in 60, 110, 220 oder 330 ml.
Ein Einkaufstipp, der wirklich hilft: Wer neu anfängt, legt sich besser auf möglichst wenige Öffnungsgrößen fest, nicht auf möglichst wenige Glasgrößen. Bleibst du bei Ø 100, deckst du von 200 ml bis 3.000 ml fast alles ab und brauchst nur eine einzige Ring- und Deckelsorte im Schrank.

Das brauchst du, wenn du neu anfängst
Zum Einstieg lohnt sich ein Set, das eine Öffnungsgröße komplett mitbringt – dann hast du das Zusammenspiel aus Glas, Deckel, Ring und Klammer einmal fertig in der Hand.
Ein Set löst die Größenfrage allerdings nicht, es entscheidet sie nur für dich: Wer schon weiß, dass große Gläser für Suppe ins Haus sollen, ist mit einem Set kleiner Sturzgläser falsch bedient. Und die Gummiringe bleiben ein Verschleißteil – sie gehören ersetzt, sobald sie hart, rissig oder ausgeleiert sind. Deshalb stehen Weck Einkochringe * und Weckklammern * bei mir als eigene Nachkauf-Positionen auf der Liste, nicht nur als Zubehörzeile.
Für die großen Gläser ab etwa 1.400 ml lohnt sich außerdem eine Einkochzange *: Ein heißes, nasses Zylinderglas mit dem Topflappen aus dem Wasserbad zu heben, geht selten gut. Wer nur kleine Marmeladengläser einkocht, kann sie sich sparen.
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Passen die neuen Deckel und Ringe auch auf alte Massivrand-, Flachrand- oder Rillengläser aus dem Keller der Großmutter? Diese Frage stellt sich häufiger, als man denkt – alte und neue Gläser sehen sich oft ähnlicher, als sie es sind. Wenn du unsicher bist, kauf lieber einen einzelnen Ring und Deckel zur Probe, statt gleich zehn zu bestellen, und frag im Zweifel direkt beim Hersteller nach.
Sauber und heil, dann hält es
Egal welche Größe du wählst: Gläser, Deckel und Gummiringe müssen heil und sehr sauber sein, sonst hält kein Unterdruck. Richtig eingekocht hält sich Obst laut BZfE sechs bis zwölf Monate, Gemüse und Fleisch werden dafür zweimal eingekocht. Wie das im Detail abläuft – Temperaturen, Zeiten, Vakuumkontrolle – steht ausführlich im Grundlagen-Ratgeber Einwecken; dieser Beitrag hier ist bewusst die Größentabelle, kein zweiter Sicherheitsratgeber.
Wer im Backofen einkocht statt im Einkochtopf oder -automaten, stößt an eine andere Grenze zuerst: Dort begrenzt oft die Glashöhe, nicht die Füllmenge, wie viele Gläser gleichzeitig hineinpassen – mehr dazu im Beitrag Einkochen im Backofen.
In Omas Speisekammer standen die Gläser übrigens nach Höhe sortiert, nicht nach Inhalt – und trotzdem wusste jeder, wo die Kirschen stehen. Ein System braucht eben nicht mehr als eine einzige, konsequent durchgehaltene Regel. Wie du deinen ganzen Vorrat übersichtlich hältst, egal welche Glasgrößen darin stehen, steht im Ratgeber Vorratshaltung.
Häufige Fragen
Welche Größen gibt es bei Weck-Gläsern?
Was bedeutet RR 60, RR 80 oder RR 100 bei Weckgläsern?
Woran erkenne ich, welche Deckelgröße mein Weckglas braucht?
Passen Weck-Deckel und Gummiringe auf alle Glasgrößen?
Welche Weckglas-Größe eignet sich für Marmelade, welche für Gemüse?
Welche Größe brauche ich, um Suppe oder Brühe einzukochen?
Kann ich Deckel und Ringe verschiedener Glas-Formen mischen?
Wenn du magst, sagt dir die Seite per Push Bescheid, sobald die nächste Nachschlageseite zum Einkochen fertig ist.
Welches Weckglas sich für welchen Zweck lohnt und was den Unterschied zwischen den Sets ausmacht, steht ausführlich im Weck-Gläser-Kaufberater.
